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AP4: Abweichungsmanagement

Bei der Durchführung von Transporten werden Planabweichungen heutzutage in der Regel nur an vordefinierten Meilensteinen (z.B. bei Abholung) aufgenommen. Zudem werden auftretende Abweichungen nur lokal von dem direkt betroffenen Netzwerkpartner (z.B. Logistikdienstleister) betrachtet, ohne die Auswirkungen auf nachgelagerte Prozesse hinreichend zu berücksichtigen. Die Folge können verspätete oder der Situation nicht angemessene Reaktionen auf Planabweichungen sein. Darüber hinaus spielen auf taktischer Ebene die tatsächlichen Durchführungsdaten heute nahezu keine Rolle, obwohl der Rückfluss dieser Daten in die taktische Ebene zur Stabilisierung und Verbesserung von taktischen wie operativen Plänen genutzt werden kann.

Gegenstand dieses Arbeitspakets ist daher zum einen die verbesserte Situationsbewertung durch echtzeitnahe Einbeziehung der relevanten Informationen der betroffenen Netzwerkpartner, und zum anderen die Unterstützung des Planers durch die automatisierte Ermittlung situationsgerechter Reaktionen.

Zur Schaffung der notwendigen Transparenz wird eine mobile Anwendung entwickelt, die es ermöglicht, Informationen über die Transportdurchführung (sog. Events) zu erfassen. Auf operativer Ebene werden die Events zur automatisierten, echtzeitnahen Erkennung von Planabweichungen sowie zur Bewertung der Kritikalität von Planabweichungen genutzt. Wenn durch die Situationsbewertung Handlungsbedarf identifiziert wird, sorgt eine eskalationsstufenbasierte Störungsbehandlung dafür, dass automatisiert ein Vorschlag zur Anpassung des Plans generiert wird. Planänderungen werden sowohl an Disponenten als auch an Fahrer kommuniziert. Über ein sog. Web-Cockpit erhalten die zuständigen Disponenten und Planer jederzeit Einblick in den aktuellen Zustand des Logistiksystems. Für die taktische Ebene werden Methoden und Verfahren entwickelt, die unter Verwendung der erfassten Events ermitteln, ob und ggf. wie eine taktische Überplanung erfolgen soll. Dabei werden neben Kosteneffizienz auch andere Aspekte wie die gewünschte Stabilität eines Plans berücksichtigt.

Die genannten Verfahren und Funktionalitäten werden in einem prototypischen System implementiert und betrieben. Die entstehenden Komponenten sind eng an die Planung- und Steuerungskomponenten aus AP2 und AP3 gekoppelt, was durch die Entwicklung entsprechender Schnittstellen ermöglicht wird.