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Arbeitspaket 6: Gesamtwirtschaftliche und betriebswirtschaftliche Bewertung

Zur Bewertung der im Projekt durch unterschiedliche Maßnahmen erzielten Wirkungen wird im Arbeitspaket 6 ein zweistufiger Ansatz verfolgt. Zunächst werden mit Hilfe des analytischen Ansatzes die durchgeführten Maßnahmen (z.B. Einführung eines Störungsmanagements), die im Piloten erprobt werden sollen, bewertet. Anschließend werden im prognostischen Ansatz mögliche Wirkungen von Maßnahmen z.B. im Gütertransportmarkt hochgerechnet.

Analytischer Ansatz

Dabei liegt der Schwerpunkt der Arbeiten im analytischen Teil, der im Sinne einer Prozessevaluation verwendet werden soll. Das bedeutet, dass parallel zur Implementierung des ProveIT-Systems selbst das Bewertungssystem in seinen Indikatoren festgelegt und programmiert wird.

Gemäß Projektplan beginnt das ProveIT-System mit einer Basisversion, die dann im Verlauf des Projekts um verschiedenste Module erweitert wird. Indem das Bewertungssystem ab der Basisversion eingesetzt wird, lassen sich die Verbesserungen, die sich aus der Weiterentwicklung des Systems ergeben, kontinuierlich messen. Allerdings wird es für eine gewisse Anzahl von Indikatoren keine Werte für den IST-Zustand vor ProveIT geben, da sie in den Datensystemen der Partner nicht geführt wurden. Für solche Kennzahlen ist dann zumindest ein Vergleich des jeweils aktuellen ProveIT-Systems mit der Basisversion des ProveIT-Systems möglich.

Der analytische Ansatz setzt sich aus einer betriebswirtschaftlichen und einer gesamtwirtschaftlichen Bewertungssicht zusammen. Sofern es keine Kosteneinsparungen oder zusätzlichen Gewinne für Produzenten, Spediteure oder Verlader gibt, werden sich keine Unternehmen finden, die mit einem solchen System arbeiten. Andererseits ist es der legitime Anspruch des Staates, dass von ihm geförderte Forschung und Entwicklung auch einen Beitrag zum Gemeinwohl im Sinne eingesparter Ressourcen der Gemeinschaft leistet.

Die gesamtwirtschaftliche Bewertung umfasst die Summe der Ressourceneinsparungen innerhalb eines Systems aufgrund einer durchgeführten (analytischen) oder einer geplanten (prognostischen) Maßnahme. Die betrachteten Ressourcen sind im Gütertransportmarkt z.B. Transportzeiten, Betriebskosten der Transportgefäße (Bahn, Lkw, Schiff), transportverursachte Luftschadstoffe, klimaschädliche Gase, Unfälle etc. Diesen Nutzenkomponenten in Form der eingesparten und ggf. monetär bewerteten Ressourcen stehen die Investitionskosten für die Maßnahmen gegenüber. Nutzen und Kosten können über das Nutzen-Kosten-Verhältnis zu einem Effizienzmaß verbunden werden.

Prognostischer Ansatz

Nach Abschluss der operativen Piloten und der Analyse der im Projekt erreichten Wirkungen erfolgt im prognostischen Ansatz eine deutschlandweite Betrachtung. D.h. während des Feldversuchs werden die Transportrelationen oder Teilnetze untersucht, in denen das ProveIT-Konzept zum Einsatz kommt. Nach dem Feldversuch werden für eine Prognosematrix die Verkehre identifiziert, für die das ProveIT-Konzept in Frage käme, für diese Verkehre die beobachteten Reaktionen unterstellt und damit eine deutschlandweite Hochrechnung der erzielbaren Wirkungen durchgeführt (vermiedene Sonderfahrten, modale Verlagerungen etc.). Diese Arbeiten bilden die Grundlage für die Übertragbarkeit des Konzeptes sowie die Überprüfung der Zielvereinbarung.

Methodik

Die Methodik zur Evaluierung bzw. Abschätzung des Potentials und zur Bewertung der durchgeführten Maßnahmen basiert auf der Vorher-Nachher-Messung. Für eine solche Betrachtung sind Daten der geplanten und gefahrenen Touren aus den unterschiedlichen Use cases notwendig, die sowohl über die bereits bestehenden Systeme als auch über die entwickelte Plattform und deren Schnittstellen erfasst werden. Dabei sind auch historische Daten der Transportläufe relevant und fließen in die Bewertungsrechnungen ein.